Psychotherapie ist professionelle Hilfe für Menschen mit seelischen oder seelisch verursachten Leiden. Manchmal setzt auch der Körper, über eine Behinderung oder eine Krankheit, einem Menschen mehr zu als er bewältigen kann - und fast immer spielen Beziehungen und Lebensumstände massgeb-lich mit.
Seelisches Leiden kann sich vielfältig äussern und ist nicht immer auf den ersten Blick als solches zu erkennen. Es kann sich als verwirrende Gefühls-zustände zeigen, als körperlicher Schmerz oder Schlaflosigkeit, als Antriebslosigkeit, übertriebene Reaktionen oder unsinniges Verhalten, als quälende Gedanken, vielfältige Abhängigkeiten oder eine Sinnkrise. Und es kann jeden Bereich des menschlichen Lebens tangieren, vom Arbeitsplatz über Partner-schaft und Familie bis zur Gestaltung von Alltag und Freizeit.
Nicht immer wenden sich PatientInnen direkt an eine Psychotherapeutin. Oft ist die erste Ansprechperson der Hausarzt, der empfiehlt, Kontakt mit einer Psychotherapeutin aufzunehmen.
Psychotherapie ist Arbeit an sich selbst. Zusammen mit dem/der PsychotherapeutIn suchen PatientInnen eine Veränderung in ihrem Leben, die ihr Leiden erleichtert. Das Ziel jeder Psychotherapie ist diese Veränderung, wobei zunächst vielleicht erst vage sichtbar ist, wie sie aussehen könnte.
Psychotherapie kann auch als Erkenntnis- und Lernprozess im Rahmen der Beziehung zwischen PatientIn und TherapeutIn beschrieben werden. Da menschliche Prozesse - besonders wenn sie tief geprägte Einstellungen betreffen - langsam verlaufen, braucht eine Psychotherapie oft Zeit und Geduld.